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Tierische Mode - blutige Mode?

Jedes Jahr ab Herbst sehen wir sie wieder auf den Straßen: dicke Pelzmäntel, Daunenjacken, mit Schafswolle gefütterte Schuhe, Bommelmützen und Schals! Die kalte Jahreszeit naht und wir möchten nicht frieren - doch auf wessen Kosten? Aber nicht nur im Herbst tragen wir tote Tiere, als modische Accessoires begleiten sie uns über das ganze Jahr.

Vielen von uns ist nicht bewusst, dass die angesagte Handtasche, die kuschelig warme Jacke oder der bequeme Schuh einmal Leben war. Was steckt hinter den Worten "Daunen", "Leder", "Pelz" oder "Wolle"? Wie entsteht das Endprodukt? Und warum sollten wir blutige Mode meiden?


Daunen

Tierische Mode - Blutige Mode - Daunenjacken - fairani
Tierische Mode - Blutige Mode - Gänsedaunen - fairani
Tierische Mode - Blutige Mode - Junge Gans auf Wiese - fairani

Daunen sind kleine, zarte Federn, die sich unter den Deckfedern von Vögeln befinden, die sie warmhalten sollen. Schon längst halten sie nicht nur Vögel warm, sondern auch uns Menschen. Sie dienen uns als Jacken, Bettdecken- und Kissen.

Diese Daunen stammen vor allem von Gänsen; die sehr sozialen Tiere werden auf engstem Raum gehalten und brutal geschlachtet für Gänsebraten und Stopfleber - die Daunen sind dabei nur das Nebenprodukt. Aber auch Lebendrupfen ist Gang und Gäbe in Ländern, in denen es dazu keine Tierschutzregeln oder Verbote gibt. Da die Produktion deutscher Daunen für uns nicht ausreichend ist, muss auf Osteuropa und Asien zurückgegriffen werden. Die Tiere werden dafür von ihren Artgenossen getrennt, festgehalten (was eine akute Stress-Situation darstellt) und dann wird das Federkleid von der empfindlichen Haut gerupft. Nicht selten werden dabei die Tiere stark verletzt und die Wunden durch die Arbeiter (nein, nicht durch einen Tierarzt) selbst vernäht.

Auch wenn in Deutschland das Lebendrupfen verboten ist, gilt die Ausnahme für das Raufen während der Mauser, die Zeit, in der die Gänse ihr Federkleid wechseln und nur dann die lockeren Federn ausgestrichen werden dürfen. Wer weiß schon, ob man sich an diese Regel hält?

 

Weiche deshalb auf Produkte mit Baumwolle oder Synthetik aus, diese besitzen ebenfalls hervorrangende Wärmeeigenschaften und sind übrigens antiallergen!

Leder

Tierische Mode - Blutige Mode - Lederjacken - fairani
Tierische Mode - Blutige Mode - Exotenleder für Klamotten und Accessoires - fairani
Tierische Mode - Blutige Mode - Liebevolle Kühe - fairani

Leder ist ein aus Tierhaut durch Gerben (=chemische Behandlung) gewonnenes, sehr zähes und reißfestes Material, aus dem modische Klamotten und Accessoires gefertigt werden. Oft werden Produkte aus Leder als sehr edel angesehen, vor allem diese aus Exotenleder (=Leder aus der Haut exotischer Tiere wie Schlangen oder Krokodile).

Weit verbreitet ist wohl auch der Irrglaube, dass Leder ein Abfallprodukt der Fleischindustrie sei - das ist eine reine Gewissensberuhigung und stimmt so nicht! Gerade wegen dem begehrten Leder werden vor allem in Asien die Tiere brutal geschlachtet (meist wird den Tieren die Haut vom lebendigen Leib abgezogen - ganz ohne Betäubung). Aus schlechter Haltung stammend, ausgehungert, abgemagert und stark verwundet nach tagelangen qualvollen Transporten kommen die Tiere in die Schlachthäuser - Profitgier herrscht nun einmal überall. Du glaubst wohl auch, das Leder stamme nur von Rindern - wegen einer mangelnden Kennzeichnungpflicht kommt es nicht selten vor, dass du Hundeleder an deinen Füßen trägst. Zu alledem ist hinzuzufügen, dass beim Gerbungsprozess äußerst giftige Chemikalien verwendet werden, die im Endprodukt in beachtenswerten Mengen (z. B. Chrom VI) erhalten bleiben. Die Menschen, die in den Fabriken arbeiten, tragen noch nicht einmal Schutzkleidung und sind dementsprechend ihrer Gesundheit geschädigt - somit sind auch sie Leidtragende der Lederproduktion; neben der Umwelt: die Chemikalien werden in Flüsse geleitet und Regenwald wird für Futtermittel gerodet.  Und wer kauft das Leder - der Westen, so auch wir Deutschen.

Deutsches Leder ist keinesfalls ohne Übel, denn es stammt aus den gängigen Haltungsbetrieben, wo die Tiere ein kurzes und qualvolles Leben erwartet.

 

Weiche deshalb auf veganes Leder aus natürlichen Materialien wie Hanf, Kork oder Ananas-Blättern oder Synthetik aus - es kann sehr gut mit der blutigen Variante mithalten und übertrifft diese zum Teil in einigen Eigenschaften!

Pelz

Tierische Mode - Blutige Mode - Bommelmütze mit Echtpelz - fairani
Tierische Mode - Blutige Mode - Tierfelle für Pelzproduktion- fairani
Tierische Mode - Blutige Mode - Süßer Hund - Mein Pelz gehört mir! - fairani

Pelz ist das dicht behaarte Fell eines Pelztieres; dieser wird den Tieren genommen, um ihn zu bearbeiten und daraus Kleidung zu fertigen. Einst war Pelzkleidung ein Luxusgut, heute als leistbare Mode mit Pelzbesätzen für jedermann - ein Trend.

Dass Tiere dafür sterben müssen, liegt auf der Hand. Nerze, Marderhunde, Füchse, Wachbären und weitere Tiere mit dichtem, flauschigem Fell werden in engstem Raum im Pelzfabriken gehalten, grausam getötet oder sogar lebendig gehäutet und danach wie Müll auf einen Haufen geworfen.

In Deutschland herrscht noch immer keine ausreichende Deklarationspflicht, es muss lediglich gekennzeichnet werden, ob es sich um Echtpelz handelt, nicht aber von welchem Tier dieser stammt - wenn du also Pelz aus China kaufst, musst du damit rechnen, dass es sich um Hunde- oder Katzenfell handelt.

Nicht selten wird über die Echtheit des Pelzes getäuscht, sodass du trotz Kennzeichnung als Kunstpelz echten Pelz kaufst.

 

Für mehr Infos dazu lese unsere Info-Kampagne "Sag nein zu Pelz"!

 

Weiche deshalb auf komplett pelzfreie Mode aus, um diesem grausamen Trend nicht zu unterstützen!

Wolle

Tierische Mode - Blutige Mode - Mit Wolle gefütterte Winterschuhe - fairani
Tierische Mode - Blutige Mode - Schafs- und Lammfelle - fairani
Tierische Mode - Blutige Mode - Schafsmutter mit Lamm auf der Weide - fairani

Wolle ist das Haarkleid von Schafen, Hasen, Kaninchen, Schwarz- und Haarraubwild. Es wird durch Scheren des Tieres gewonnen, um es zu Garm zu verarbeiten und daraus wiederum Kleidung zu fertigen.

Klingt fürs erste harmlos - warum solltest du deshalb keine Wolle tragen? In der Gesellschaft herrscht noch immer das Bild von Schafen auf grünen Weiden, die vom Schäfer liebevoll und geduldig geschoren werden.

Doch wie soll dadurch der Bedarf für die Modeindustrie gedeckt werden? Wie jedes Massenprodukt kommt der Großteil der Wolle aus dem Ausland, vor allem Australien, China und Neuseeland. Es fängt schon bei der Haltung an, die Schafe sind überzüchtet und haben wenig mit dem ursprünglichen Tier zu tun. Es werden grausame Methoden angewandt wie Kastration, das Abtrennen des langen Schwanzes und das sogennante Mulesing, das Herausschneiden von Hautstücken, um angeblich dem Schädlingsbefall vorzubeugen - die Tiere werden für diese Methoden nicht betäubt oder narkotisiert, sie erleben die qualvollen Schmerzen bei vollem Bewusstsein. Wenn es an der Zeit ist,  werden die Schafe im Akkord geschoren, denn bezahlt wird nach Menge der abgeschorenen Wolle. Dabei werden die Tiere gewaltsam festgehalten, geschlagen und oft werden sie durch die Schurgeräte verletzt, die Wunden direkt vor Ort (wieder unbetäubt und durch die Arbeiter) vernäht. Nicht lukrative Schafe werden erschlagen oder erschossen.

Für Wolle aus Deutschland gilt Ähnliches bzgl. Haltung und Schur - jedoch ist diese Wolle nicht fein genug für Kleidung (im Gegensatz zur Merinowolle aus dem Ausland) und wird stattdessen exportiert und als Dämm-Material oder für Teppiche verwendet. Verarbeitet wird sie in China. Sie ist nicht gewinnbringend, wird billig abgekauft - deshalb konzentriert man sich hierzulande auf Lammfleisch, vor allem zu Ostern.

 

So viel zur Schafswolle... Angorawolle wird von sensiblen Kaninchen in grausamer Weise gerupft, mehr dazu in unserem Artikel "Angorawolle - Höllenqualen für Kaninchen".

 

Weiche deshalb auf Baumwolle oder Synthetik aus, sie steht der tierischen Wolle in ihren Eigenschaften in nichts nach!

Nun weißt du, warum du auf tierische Mode verzichten solltest, denn sie ist blutig.

Konsumiere bewusst, gemeinsamen können wir den Markt steuern!


Quellen:  www.duden.de; https://vebu.de/tiere-umwelt/massentierhaltung-ausbeutung-von-tieren/gaensehaltung-gaense-leiden-fuer-den-festtagsbraten/; http://www.peta.de/Hintergrundwissen-Daunen; "Enten und Gänse - Haltung und Verhalten" - by Deutscher Tierschutzbund; https://www.peta.de/hintergrundwissen-leder; "Gift auf unserer Haut - Leder und Pelze für Deutschland" - TV-Reportage by ZDF; https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/leder-tierleid-und-umweltverschmutzung; IFTF (International Fur Trade Federation); Dt. Pelzinstitut; http://newmerino.com.au/mulesing-statistics/; https://www.peta.de/hintergrundwissen-wolle; https://www.peta.de/wolle-deutschland; http://www.focus.de/panorama/videos/australische-scherer-blutige-wolle-schock-ueber-brutalen-umgang-mit-schafen_id_3988941.html

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