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Rettet unsere "Weihnachts"- Gans

Wir feiern das "Fest der Liebe" und vergessen dabei all die uns anvertrauten Tiere.

Allein in Deutschland werden jährlich rund 600.000 Gänse für unser Festmahl gezüchtet und geschlachtet und das sind gerade mal 14% unserers Gesamtverzehrs. Denn der Rest wird aus Ungarn und Polen importiert und im Supermarkt zu Dumpingpreisen angeboten. Hier kann von artgerechter Haltung keine Rede mehr sein.


Der in Österreich geborene Wissenschaftler Konrad Lorenz, auch bekannt als "Gänsevater" erhielt für sein Forschungsprojekt "Die Kommunikation der Tiere - vor allem der Graugänse" den Nobelpreis. So hat er u. a. herausgefunden, dass Graugänse über eine ausgeprägte Instinkthandlung (Verhalten, das nicht auf Erfahrung basiert) und Prägung (Junggänse werden nach dem Schlüpfen auf das geprägt, was sie zuerst sehen, i.d.R. die Eltern) verfügen. Wissenschaftler der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle fanden weiterhin heraus, dass Gänse

  • über eine außerordentlich hoch entwickelte Intelligenz verfügen
  • über ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten verfügen
  • sehr familiäre Lebenswesen sind (innerhalb einer Kolonie bis 100 Gänsen kennen sie sich alle)
  • eine lebenslängliche Beziehung zum Partner pflegen (auch zum Kind sehr lange, teilweise bis zu 3 Jahren)
  • unter normalen Bedingungen bis zu 20 Jahre alt werden können

Um so trauriger ist es zu wissen, dass es für Gänse keine Haltungsverordnung gibt. Das führt wiederum dazu, dass die Tiere unter den grausamsten Bedingungen in Mastbetrieben (Deutschland, Polen, Ungarn) gehalten werden. Sie können kein soziales Verhalten entwickeln, zu viele Tiere sind ohne Licht, ohne Frischluft und ohne die so notwendigen Wasserstellen auf engstem Raum eingesperrt. In ihrem meist nur sehr kurzen Leben von ca. 10 Wochen, werden ihnen Wachstumshormone verabreicht. Durch das massive Übergewicht leiden die Tiere unter chronischen Gelenkentzündungen, gebrochenen und verkrüppelten Beinen. Sie werden ohne Betäubung gerupft - um Daunen zu gewinnen - und werden mit schweren Wunden einfach wieder sich selbst überlassen. Und dem noch nicht genug, für die allzu beliebte Delikatesse "Gänseleberpastete" werden diese armen Geschöpfe mit einem Rohr mehrmals am Tag brutal gestopft. Bis zu ihrer Schlachtung ist die Leber dann so groß, dass die Gans fast nicht mehr atmen kann. Man sollte denken, dass bei solch grausamen Bedingungen in den Mastbetrieben die Schlachtung für das Tier eine Erlösung sei, doch hierfür muss es noch eine weitere Tortur über sich ergehen lassen - die Köpfung durch ein rotierendes Messer.


Der Gedanke, dass all diese Qualen dazu dienen, dass Menschen ihre all zu geliebte Weihnachtsgans zum Fest der Liebe servieren können - verursacht bei uns wahrhaftig eine GÄNSEHAUT!

Quellen: Biographie Konrad Lorenz, Gänsewelt

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