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Ostern - der Horror für Lamm und Mutterschaf

"Er wurde bedrängt und misshandelt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf vor seinen Scherern verstummt, so tat auch er seinen Mund nicht auf." (Jesaja 52,13-15) Der geopferte Gottessohn wird das "Lamm Gottes".  So symbolisiert ein reines, zartes, unschuldiges und stilles Wesen zum Opferlamm - und das in drei Religionen. Wie ist es möglich, dass wir als moderne Gesellschaft im 21. Jahrhundert immer noch an solchen Ritualen festhalten?

Das vor ca. 10.000 Jahren in Mesopotamien domestizierte Schaf gelang vor ca. 5000 Jahren nach Europa. Schafe gelten als typische Weidetiere und fühlen sich nur innerhalb einer Herde gleicher Artgenossen sicher und geborgen. Natürlicherweise besteht eine Herde aus Schafen und ihren Lämmern. Die Mutter-Lamm-Bindung ist auf Dauer sehr eng und erfolgt bereits in den ersten Stunden nach der Geburt. Selbst in größeren Herden finden die Lämmer jederzeit ihre Mütter. Die Widder hingegen verweilen nur zur Brunstzeit in der Herden.

Lange Zeit wurde das Schaf als dumm dargestellt. Ein gravierender Fehler, denn Schafe sind soziale Tiere und alles andere als dumm. Studien zufolge lernen Schafe erstaunlich gut und besitzen fortgeschrittene Gesichtserkennungsfähigkeiten, die mit denen von Menschen und Affen vergleichbar sind. Zudem können sie trainiert werden, menschliche Gesichter anhand fotografischer Porträts zu erkennen.

Man beschreibt die kleinen Wiederkäuer als friedliche und geduldige Tiere - aber auch als sanftmütig, ruhig, dankbar und scheu. Auch gegenüber uns Menschen verhalten sich Schafe eher distanziert. Und das zu Recht, denn der Mensch ist die größte Gefahr für die Schafe. 

Wie alle Nutztiere, werden auch die Schafe von uns Menschen nur ausgebeutet. Zum einen wegen ihrer Wolle, aber auch ihres Fleisches wegen. Sie werden häufig in Stallungen auf engstem Raum gehalten und auf der Weide meist ohne Wasserversorgung oder Schutzvorrichtungen, die die Schafe vor bestimmten Wettereinflüssen (wie z. B. Schatten im Sommer und Kälte im Winter) schützen.

Jährlich werden hierzulande über eine Million Schafe geschlachtet, vorzugsweise Lämmer, die gerade mal 2-6 Monate (Milchlämmer) bzw. bis max. 12 Monaten (Mastlämmer) alt sind. Die natürliche Lebenserwartung von Schafen beläuft sich jedoch auf 20 Jahre. 

Geboren um zu sterben - als Opferlamm für die Sünden der Menschheit!

 

Frohe Ostern

Quellen:

royalsocietypublishing.org/doi/full/10.1098/rsos.171228

statista.com

edoc.ub.uni-muenchen.de

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