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Co2-armes Essen - ein Beitrag zum Klimawandel

Über das Thema „Essen“ ließe sich abendfüllend diskutieren, ja manchmal auch vortrefflich streiten. Gesund, ungesund, Bio, regional, saisonal, vegetarisch, vegan – diese Aspekte und unterschiedliche Facetten des Essens beschäftigen die Verbraucher und die Öffentlichkeit tagtäglich. Was dabei nicht unbedingt im Fokus steht, sind die möglichen und tatsächlichen Auswirkungen des täglichen Essens und unseres Essverhaltens auf das Weltklima.


Immer wieder diskutieren die Wichtigen dieser Welt über das Thema „Klimaschutz“, über mögliche, künftige Energieeinsparungen, über CO2-Emissionen, den Klimawandel usw. usw. – Ausgang und konkrete Ergebnisse wie so oft ungewiss. Zu Mittag und zu Abend trifft man sich in geselliger Runde und lässt es sich kulinarisch gut gehen. Fisch, Fleisch, Hauptsache es schmeckt. Auch diese Herrschaften scheinen sich nicht sonderlich viele Gedanken über den Zusammenhang „Essen“ und „Klimaschutz“ bzw. „Klimawandel“ zu machen.

Längst nicht nur die Energie, die wir zur Produktion, zum Leben oder zur Mobilität benötigen, hat entscheidende Auswirkungen auf das Weltklima. Die Herkunft sowie die Herstellung der von uns gewählten Nahrungsmittel sind für einen großen Teil der verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Hier wäre die Politik gefragt. Doch wird der notwendige Wandel tatsächlich von Politikern vorangetrieben oder liegt die Macht nicht doch vielleicht in der Mehrheit der öffentlichen Meinung? Was können unsere persönlichen Gaumenfreuden dazu beitragen, um der globalen Erderwärmung Einhalt zu gebieten?

Wir leben auf großem Fuß - auf Kosten anderer Menschen und kommender Generationen. Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, unser tägliches Fleisch oder Fisch auf dem Teller zu haben.


co2 in der Lebensmittelproduktion

In Deutschland liegt der jährliche Pro-Kopf-Emissionsanteil von Lebensmittel in der Größenordnung von etwa 1,5-2,0 Tonnen CO2e und damit etwa bei 20% -30%. Dieser Wert verteilt sich auf tausende unterschiedliche Lebensmittel. Der PCF (Product Carbon Footprint) einzelner Lebensmittel liegt in der Größenordnung von wenigen Dutzend Gramm bis mehrere Kilogramm CO2e. Sehr hohe Werte hat beispielsweise Rindfleisch mit rund 13 kg CO2e pro Kilo (Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz & Reaktorsicherheit). Dieser Wert erhöht sich drastisch, wenn das Rindfleisch zum Beispiel noch aus dem Ausland importiert wird.

Die konventionelle Landwirtschaft sowie die industrielle Massentierhaltung sind Verursacher von Entwaldung, veränderter Landnutzung und Monokulturen. Zur Futtermittelerzeugung werden die Böden und Gewässer mit Unmengen an Pestiziden und Gülle verseucht und übersäuert. Weiterhin trägt der Futtermittelanbau erheblich zur Wasserknappheit bei. 1,1 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Für die Herstellung von einem kg Rindfleisch werden hingegen z. B. 15.000 Liter Wasser verbraucht.

Grundsätzlich gilt für die Lebensmittel, dass von Tieren stammende Nahrungsmittel, wie Fleisch, Butter, Milch und Käse erheblich umweltaufwändiger herzustellen sind, wie die gleiche Menge pflanzlicher Nahrung. Oder anders ausgedrückt - wer sich beispielsweide vegan ernährt, verursacht nur halb so viel Treibhausgasemission wie eine Person, die regelmäßig Fleisch zu sich nimmt.


jeder kann seinen teil dazu beitragen

Doch wird der Deutsche auf sein deftiges Essen verzichten wollen? Wird er seine Vorlieben zum Schnitzel, zur Currywurst oder zum Döner einschränken? Dabei würden nur kleine Veränderungen unserer Essgewohnheiten bereits Millionen Tonnen an Treibhausgas-Emissionen einsparen.

Hierzu ein paar Beispiele aus einer WWF Studie:

- Nur ein fleischfreier Tag in der Woche für alle Deutsche würde bereits 9 Millionen Tonnen CO2 jährlich einsparen.

- Die Deutschen verschwenden jedes Jahr ca. 18,5 Millionen Tonnen Lebensmittel. Hiervon fallen 40% in Privathaushalten an.

- Regionale und saisonale Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft kaufen; Lufttransporte belasten mit ihren CO2-Emissionen das Klima am meisten, gefolgt von Lkw, Bahn und Schiff!

- Auf Verpackungen, wie Plastik und Metall weitgehend verzichten.

Wer etwas gegen den Klimawandel beitragen möchte, sollte seinen Teller und seine Essgewohnheiten kritisch betrachten. Während uns Nahrung noch im Überfluss zur Verfügung steht, kämpfen viele Menschen am anderen Ende der Welt ums tägliche Überleben. Und eines sollten auch wir nicht vergessen – diese Erde ist unsere einzige!

 

Quelle: Quellen des Lebens - publiq media, Autorin Petra Lässer

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