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Avocado - gesunde Frucht mit schlechter Öko-Bilanz?

Sie ist gesund und erfreut sich immer größerer Beliebtheit - doch wie stehts mit der Öko-Bilanz? Avocados brauchen viel Wasser und haben eine weite Reise, bevor sie bei uns auf dem Ladentisch landen. Wir haben die Vor- und Nachteile recherchiert - auf was sollte man beim Kauf achten?

Avocado - Superfrucht mit schlechter Ökobilanz - fair4world

Herkunft der Avocado

Ursprünglich stammt die Avocado aus Südmexiko, im Laufe des 19. Jahrhunderts fand sie ihren Weg nach Afrika, Madagaskar, Malaysia, Philippinen, bis sie schließlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts im südlichen Mittelmeerraum angebaut wurde. Heutige weitere Anbaugebiete sind u. a. Israel, Kalifornien, Chile, Peru, Australien, Neuseeland.

 

Avocadosorten

Es sollen bis zu 400 verschiedene Arten existieren. Diese unterscheiden sich in ihrer Form, Farbe und Geschmack, vor allem jedoch in Gewicht und Nährstoffzusammensetzung. Jedoch gelangen von dieser Auswahl nur sehr wenige in den Handel. In unseren Supermärkten werden hauptsächlich die Sorten "Hass" und "Fuerte" angeboten.

Hass: rauhe Schale, wird mit zunehmender Reife dunkler, sehr aromatisch. Sie hat einen intensiven, nussigen Geschmack und eignet sich perfekt zur Herstellung einer leckeren Guacamole.

Fuerte: hat eine gleichbleibend grüne, fast glatte Schale, ist birnenförmig. Sie schmeckt cremig und mild. Ihre Frucht scheint relativ unempfindlich gegen Kälte zu sein und kann daher ohne Probleme im Kühlschrank aufbewahrt werden (4-6 Grad).

Superfood Avocado

Das Superfood Avocado ist ein Allroundtalent und das nicht nur in der Küche. Sie ist auch bestens geeignet als Haarkur oder Gesichtsmaske. Sie enthält bis zu 25 Prozent Öl und ist damit reich an ungesättigten Fettsäuren und enthält eine große Anzahl an Vitaminen. Sie unterstützen den Stoffwechsel und schützen vor freien Radikalen. Die enthalenen Mineralien wirken sich positiv auf die Proteinbildung im Körper aus und stärken Haut, Haare und Knochen.

Ist die Avocado wirklich eine Problemfrucht?

Avocados brauchen zum Gedeihen viel Sonne und Wasser - das bleibt unbestritten. Und genau deswegen ist es wichtig, dass wir beim Kauf auf die Herkunft der Avocado achten. Trockene Standorte wie z. B. Südafrika oder Israel bieten eher schlechte Voraussetzungen, zumal in solchen Gegenden das Wasser anderswo dringender benötigt wird.  Das Klima ist ausschlaggebend - Anbaugebiete mit mehr Niederschlag, wie u. a. Spanien, Kenia und Peru. Aber auch Spanien steht bereits im Negativfokus - Umweltorganisationen wie WWF kritisieren seit langem den sinkenden Grundwasserspiegel in den großen, trockenen Anbaugebieten.

So bezieht der deutsche Biofair-Händler Kipepeo seine Avocados von Kleinbauern in Ostafrika. Familien, die in verschiedenen Dörfern Ugandas und dem westlichen Teil Tansanias leben und vorzugsweise für den Eigenbedarf anbauen. Lediglich Überschüsse werden vermarktet. Mit diesem zusätzlichen Einkommen können die Bauern u. a. die Ausbildung ihrer Kinder finanzieren oder sie investieren in soziale Projekte ihrer Dörfer.

Ein ökologischer Anbau ohne Kustdünger und Pestizide. Durch den Einsatz von natürlichem Kompost regenerieren sich die Böden und können wieder mehr Wasser speichern. Monokulturen werden gemieden.

Fazit:

wenn ich fair einkaufe, vorzugsweise im Biomarkt, und damit die Lebensbedingungen ferner Völker unterstützen kann, darf ich dann nicht hin und wieder eine Avocado genießen? Auch wenn sie eine lange Reise bis zu uns antritt - der CO2 Ausstoß auf die einzelne Frucht umgerechnet, hält sich laut Experten in Grenzen!

Im Übrigen möchten wir hier anmerken, dass der Wasserverbrauch für 1 kg Rindfleisch bei 15.000 Liter Wasser liegt, hingegen die Avocado zw. 500 bis 1000 Liter Wasser je kg benötigt.

Quellen: Kipepeo,

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