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Agrarpolitik - gesteuert durch Vetternwirtschaft?

Es geht um Milliardenbeträge für Agrarsubventionen - doch bei den Verhandlungen in Brüssel bleiben weitgehend das Wohlergehen unserer Umwelt und der Tiere mal wieder auf der Strecke. Obwohl Deutschland von der EU wegen ihrer Gülleflut verklagt wurde, blockieren führende Agrarpolitiker eine angemessene ökologische Landwirtschaft.

Eine Verflechtung aus Politikern, Agrarkonzern-Managern, Bänkern und Verbandsfunktionären entscheiden, wie Landwirte wirtschaften müssen und welches Essen bei uns auf den Tellern landet. Und das alles zu Gunsten der Industrieinteressen, so eine Studie der Universität Bremen, die der Süddeutschen Zeitung und dem SWR vorliegt.

Diese Doku zeigt die Verflechtung im Detail! (ab heute 1 Jahr in ARD Mediathek verfügbar)

Wer kassiert die Agrarsubventionen?

Um in den Genuss von Agrarsubventionen zu kommen, müssen Landwirte alljährlich im Frühjahr einen Agrar-Antrag stellen, sonst gibt es kein Geld. Die Summen sind meist beträchtlich, denn die Zuschüsse werden vorwiegend mit der bewirtschafteten  Fläche in Hektar multipliziert. Also im Klartext - je größer der Betrieb, desto höher die Subventionen.

Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wurden 2017 hierzulande Agrarzahlungen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro an 329.000 Begünstige geleistet. Zu den Gewinnern der Verteilung gehören Behörden, öffentliche Institutionen, Agrarhändler und Betriebe der Milcherzeugung. Allein 86 Mio. Euro wurden an nur 15 Empfänger gezahlt. Wenn du dir einen genaueren Überblick über die Verteilung der Agrarsubventionen machen möchtest - hier der Link.

EU weit belaufen sich die Agrarausgaben (2017 - Quelle: Europ. Kommission) auf 53,8 Milliarden Euro - das sind ca. 40 Prozent des gesamten EU-Budgets. Die Ausgaben der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) fließen hauptsächlich in Länder mit hoher Agrarproduktion.

Umweltschützer und mittlerweile auch Vertreter der Agrarwirtschaft fordern eine grundlegende Reform der EU-Agrarsubventionen:

  • Abschaffung der Flächenprämie,
  • Zahlungen sollen an Umwelt-, Klima- und Tierschutzauflagen gekoppelt werden.

Doch die EU will an der Flächenbindung festhalten.

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