Informationen & Überlick zu"Billig-Bio" und "Premium-Bio"!

Bioboom in Deutschland

 

Immer mehr Bioprodukte, davon ein großer Teil in deutschen Discountern wie Aldi, Lidl und Netto, sind erhältlich. Aber auch Edeka und Rewe bieten mittlerweile bis zu 2000 Produkte in Bio an. Doch welchen Standards entsprechen diese Bioprodukte?


Experten unterscheiden:

Billig-Bio

Bei diesen Bio-Siegeln handelt es sich lediglich um die Namen der Bio-Eigenmarken, die Mindeststandards erfüllen. Um die Ware so billig als möglich anzubieten, werden in der Regel lange Transportwege in Kauf genommen: Kartoffeln aus Ägypten, Karotten aus Israel, Gurken aus Spanien usw. Zudem wird Obst und Gemüse meist in Plastik verpackt. Dies schlägt sich wiederum auf die Ökobilanz negativ nieder.

Premium-Bio

Hier handelt es sind um zusätzliche Verbands-siegel aus Deutschland, die für strengere Öko-Auflagen stehen.


Eigenmarke von Netto

Eigenmarke, vergeben von Nettomarken-Discount AG&Co.KG für Käse, Wurst, Eier, Milch, Gemüse, Obst, Joghurt, Kaffee, Müsli, Nudeln, Reis (ca. 170 Produkte)

Die Marke weist in den Nettomärkten auf Produkte hin, die bereits das EU-Bio-Label oder das deutsche Bio-Siegel tragen, es gelten daher die entsprechenden Einschätzungen.

BioBio will dazu beitragen, Ressourcen wie Wasser und Boden zu schonen und Verbrauchern eine Orientierung beim Kauf von ökologisch verträglich angebauten Lebensmitteln geben.

demeter

Während das staatliche Bio-Siegel lediglich das Mindestmaß fürs Öko-Essen setzt, leisten die Demeter-Bauern und -Hersteller mit der biodynamischen Wirtschaftsweise (jeder Hof wird zu einem Organismus ausgestaltet, der aus sich selbst heraus lebensfähig ist), erheblich mehr als die EU-Bio-Verordnung vorschreibt.

Laut Demeter zählen hierzu  u. a.:

  • Gesamtbetriebsumstellung
  • Futter muss 100% Bio sein
  • 2/3 des Futters muss Demeter sein, bei Wiederkäuern sogar 80%
  • mindestens 50% Futter muss von eigenem Hof stammen
  • Verzicht auf schmerzhaftes Enthornen
  • für Getreideanbau dürfen nur samenfeste Sorten verwendet werden
  • Hybridsorten von Getreide & Gemüse sind ausgeschlossen
  • generell sind keine Sorten aus Zellfusionstechnik erlaubt
  • Jodierung, Nitritpökelsalz und die "sogenannten" natürlichen Aromen sind verboten

Eigenmarke von Lidl

Eigenmarke, vergeben von Lidl Dienstleistung GmbH&Co.KG für Gemüse, Wurst, Käse, Tee, Apfelsaft, Apfelmus, Joghurt, Nudeln, Reiswaffeln, Konfitüre.

Die Marke weist in den Lidlmärkten auf Produkte hin, die bereits das EU-Bio-Label oder das deutsche Bio-Siegel tragen, es gelten daher die entsprechenden Einschätzungen.

Biotrend will dazu beitragen, Ressourcen wie Wasser und Boden zu schonen und Verbrauchern eine Orientierung bei der Auswahl verlässlicher Bio-Lebensmitteln geben.

Bioland

Vergeben von Bioland Verband für organisch-biologischen Landbau e.V. für Fleischprodukte, Gemüse, Käse, Milch, Eier, Salat, Obst, Getreide, Gewürze, Bier, Wein, Getränke, Honig und Pflanzen.

Zusätzlich zu den Mindeststandards, die das  EU-Bio-Siegel vorgibt, müssen die Betriebe eine Kreislaufwirtschaft installieren und strenge Vorgaben bei Düngung und Pflanzenschutz erfüllen. Jährlich finden strenge Kontrollen  statt, auch stichprobenartig.

Organisch biologische Landwirtschaft soll den Boden pflegen und eine langfristige Fruchtbarkeit erhalten.


Eigenmarke von Aldi Nord/Süd

Eigenmarken  von Aldi Nord und Aldi Süd, vergeben von Aldi Einkauf Gmbh&Co.oHG für Käse, Wurst, Eier, Milch, Gemüse, Obst, Joghurt, Kaffee, Müsli, Nudeln und Reis.

Die Prodkute mit den o. g. Labels tragen zusätzlich das EU-Bio-Label und das deutsche Bio-Siegel und entsprechen daher deren Anforderungen. 

Diese Labels sollen dazu beitragen, Ressourcen wie Wasser und Boden zu schonen und Verbrauchern eine Orientierung bei der Auswahl verlässlicher Bio-Lebensmitteln geben.

Naturland

Vergeben von Naturland-Verband für ökologischen Landbau e. V. für Fleischprodukte, Käse, Milch, Eier, Salat, Obst, Getreide, Gewürze.

Auflagen des EU-Bio-Siegels vorausgesetzt, sind weitere strenge Richtlinien wie Kreislaufwirtschaft, Düngung, Tierbesatz usw. zwingend vorgeschrieben. Neben den ökologischen Aspekten sind zusätzlich soziale Aspekte, wie den Ausschluss von Kinderarbeit oder die Wahrung der Menschenrechte einzuhalten.


Was sagen das EU-Bio-Label und das Bio-Siegel für Deutschland aus?

EU-Bio-Label
EU-Bio-Label

Dieses Label wurde vergeben von der Europäischen Union für Essen und Getränke, wie Fleischprodukte, Käse, Milch, Eier, Salat, Obst, Getreideprodukte, Gewürze

Dieses Label steht für ökologische Verbesserungen beim Anbau und bei der Verarbeitung von Nahrungsmitteln. Die Bestandteile der Produkte, die landwirtschaftlich erzeugt werden, müssen mindestens zu 95% aus ökologischen Landbau stammen. Die restlichen  5% dürfen aus konventioneller Landwirtschaft stammen. Soziale Aspekte werden hier nicht berücksichtigt. Zudem sind ökologische und konventionelle Bewirtschaftung auf einem Betrieb möglich.

Bio-Siegel-Deutschland
Bio-Siegel-Deutschland

Dieses Siegel wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vergeben für Fleischprodukte, Käse, Milch, Eier, Salat, Obst, Getreideprodukte und Gewürze.

Die Bestandteile der Produkte, die landwirtschaftlich erzeugt werden, müssen bei Lebensmitteln zu mindestens 95% aus dem ökologischen Bauland stammen. Die restlichen 5% dürfen, ähnlich wie beim EU-Bio-Label, aus konventioneller Landwirtschaft stammen. Soziale Aspekte werden hier auch nicht berücksichtigt.


Informationen zu weiteren Bio-Eigenmarken



Achte bei den Bio-Eigenmarken darauf, dass diese zusätzlich Premium-Biolabels tragen - denn auch Discounter wie REWE und dm wollen auf Nachhaltigkeit umsteigen und ihre Produkte in höheren Bio-Standards anbieten.

Informationen zu weiteren Biolabels von Verbänden mit strengen Ökoauflagen




Informationen zu Biolabels vergeben durch Freistaat Bayern


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